Das #vanlife suggeriert mit knapp acht Millionen Beiträgen auf den sozialen Netzwerken die Verwirklichung des Hippie-Traums, in dem man höchstens durch die Strahlen des Sonnenaufgangs und den Meeresgeräuschen geweckt wird. Vielleicht auch durch den Partner, der gerade auf dem Campingkocher versucht für dich einen Kaffee zu kochen. Gerade jetzt, im Erblühen der Camping-Kultur in Zeiten Coronas, haben viele den Punkt ganz oben auf ihrer Bucket-List stehen. Und das zu Recht. Denn das Verreisen mit dem gemieteten oder selbst umgebauten Campingbus erweist sich als wahres „Fair“reisen. Doch was macht das Ganze eigentlich so nachhaltig, und was muss ich dabei beachten?

5 Gründe, warum #vanlife nachhaltig ist

1. Viel klimafreundlicher als Du zunächst denkst

Das Argument, dass ein Van nicht das umweltfreundlichste Mobil an sich ist, können wir dir nicht widerlegen. Der Dieselmotor ist alles andere als CO2-neutral.  Aber: der Minibus ist für Klimabewusste eine Art Kompensation zum Fliegen: es ist natürlich umweltschädlicher als mit dem Rad unterwegs zu sein, aber immer noch viel besser als mit dem Fliegen einen Haufen Kerosin in unsere Luft zu ballern. Eine Untersuchung des WWF zeigt, dass ein zweiwöchiger Mallorca-Urlaub insgesamt eine Tonne CO2-Emissionen verursacht. Das Wahnsinnige dabei: Im Vergleich ist das so viel, wie ein Jahr lang Auto zu fahren. Deine Bilanz drauas: entscheidest du dich gegen einen Mallorca-Urlaub, könntest du dafür ein Jahr lang mit deinem Van durch die Welt reisen.

2. Für deinen Schlafplatz müssen keine Wälder gerodet werden

Beim Bau neuer, großer Hotel-Resorts muss oft die Natur weichen. Denn: die Hotelunternehmen richten Ihren Standort nach den Bedürfnissen der Touristen*innen aus, und die wollen möglichst in der ersten Reihe direkt am Strand nächtigen mit schön angelegten Poollandschaften. Dafür muss jedoch die Natur oder Biotope mit seltenen Arten gerodet werden. Das ist beim Van-Camping anders: Hier hast du dein Schlafnest immer direkt mit dabei. Und außerdem: Wer braucht schon ein fünf-Sterne Resort, wenn er 5.000.000 davon am Himmel zählen kann?

3. Du bist eins mit der Natur

Du hast die Wahl: Aufstehen und sich zum überfüllten Frühstück inklusive Kindergeschrei hetzen ODER morgens durch die rauschenden Wellen sanft geweckt werden, entspannt deinen ersten Kaffee des Tages kochen und mit deinem Partner oder deiner Partnerin überlegen, ob die morgendliche Dusche heute zu zweit im Meer stattfinden soll.
Du wirst die Umgebung um dich herum ganz anders und neu wahrnehmen und wertschätzen können. Egal ob am Meer, im Wald oder in den Bergen. Wichtig ist es dabei, respektvoll und mit purer Dankbarkeit die Natur zu genießen und keinen Müll zu hinterlassen.
Vielleicht kannst du sogar an manchen Orten etwas für die Natur zurückgeben. Am Strand kannst du beispielsweise deine eigene „Ocean-Cleanup“-Aktion starten und Plastikmüll sammeln. Sozusagen, im Sinne des Gegenseitigkeitsprinzips, ein Geben und Nehmen zwischen Dir und der Natur.

4. Ressourcenschonendes Leben als Camper:

  • Geringer Wasserverbrauch: Als Van-Camper lebst du sehr ressourcenschonend. Der Grund liegt zum einen beim geringen Wasserverbrauch: Beim Abwasch des Geschirrs, dem Waschen von Wäsche und sonstigen wasserverbrauchenden Aktivitäten, wird durch den Wasserkanister zwangsweise auf jeden Tropfen geachtet. Die kostenfreie und umweltschonende Alternative bietet natürlich das Meer oder der nahgelegene Fluss.

Wichtig: Wenn du natürliche Wasserquellen für die Hygiene unterwegs nutzt, achte darauf, natürliche und naturschonende Seifen zu verwenden. Am besten Waschmittel, Shampoos und Seifen, die kein Mikroplastik enthalten sowie biologischer Herkunft sind und damit ganz einfach eins mit der Natur werden können. Dazu bieten sich am besten Zero-Waste Kosmetikprodukte von puremetics oder hellosimple an. In unserem Beitrag „Zero-Waste Kosmetik“ zeigen wir Dir, auf welche Alternativen du noch zurückgreifen kannst. Und wenn du schon Mal am Strand bist, kannst du auch das nutzen, was Die Natur dir bietet: nutze ganz einfach den Sand am Strand zum morgendlichen Körper-Peeling!

  • Stromverbrauch: Das gleiche gilt für den Stromverbrauch. Er wird aus Batterien entnommen, die automatisch während der Fahrt aufgeladen werden oder bei einigen Caravans sogar durch unabhängige Solarmodule gespeist werden.
    • Es gibt viele solarbetriebene Gadgets, wie solarbetriebene Campingkocher fürs Kaffee kochen. Zum kühlen der Getränke hingegen bietet sich eine solarbetriebene Kühlbox an. Benötigst du auf dem Weg zum nächtlichen Toilettengang ein bisschen Licht, nehme dir gern die nachhaltig produzierte Solarlampe von SONNENGLAS zur Hand. Diese Gadgets können deinen Van-Urlaub erleichtern, und das sogar noch umweltfreundlich.

  • Heizressourcen: Diese entfallen beim Sommercamping sowieso, da die Temperaturen ohnehin auf Hochtouren sind. Bei kühleren Tagen ist es sinnvoll, einige Decken mitzunehmen und dich zusammen mit einem heißen Tee einzukuscheln.

  • Lebensmittelverschwendung: besonders ressourcenschonend gestaltet sich der Urlaub mit Camper durch die geringe Lebensmittelverschwendung: das schmale Platzangebot lässt dich zweimal überlegen, welche Lebensmittel du wirklich brauchst.
    • Ganz anders als bei den all-inclusive Pauschalreisen. Da sind die Augen oft größer als der Magen. Die Folge: Es bleibt mehr liegen, als verspeist wird. Das bedeutet wiederum viel zu viel Abfall von wertvollen Lebensmitteln. Dieses Problem hast du beim Van-Camping nicht: du nimmst nur das mit, was du isst und liebst.
    • Tipp: Besonders gut zur Mitnahme von Lebensmittel eignen sich trockene Produkte wie Reis, Nudeln oder Nüsse von KoRo, die sich verpackungsfrei einkaufen und in Gläsern lagern lassen. Wenn es mal schnell gehen muss eignen sich auch die gesunden Fertigprodukte von Lunch Vegaz.

5. Slow-Travel

Was gibt es schöneres, als entspannt mit 80 km/h der Route zu eurem Wunschziel zu folgen, dabei die Füße aus dem Fenster hängen zu lassen und der nostalgischen Oldies-Playlist zu lauschen? Ganz nach dem Trend-Motto „Slow-Travel“ erlebst du eine ganz neue Form der Genusskultur während deines Urlaubs. Hier steht nachhaltige Entspannung im Fokus. Urlaub, bei dem du dich von nichts und niemandem stressen lassen musst. Erst recht nicht vom Hintermann am Buffet, der dich nervös macht, dass du deine Nudeln schneller auf deinen Teller befördern sollst.


Das Van-Camping Einmaleins

Jetzt wissen wir also, warum so ein Campingurlaub mit dem Van auf jeden Fall unter die Kategorie „nachhaltiges Reisen“ fallen kann. Wir erklären dir jetzt das Van-Camping-Einmaleins:

Van mieten oder kaufen?

Du hast dich also für einen Camping-Urlaub mit dem Minibus entschieden. Die erste Frage, die Dir jetzt aufkommt: „Soll ich einen Bus mieten oder sogar kaufen, was lohnt sich mehr?“.

Als Entscheidungshilfe haben wir dir drei wesentliche Fragen zusammengefasst:

  • Wie oft hast du einen Camper bisher genutzt?
  • Wie viel Flexibilität brauchst du?
  • Wie oft im Jahr möchtest du zukünftig im Van reisen?

Ein gekaufter Camper bietet natürlich viele Vorteile. Du kannst wann immer, wie immer und wo immer du willst mit deinem eigenen Van-Mobil losziehen. Deine eigenen rollenden vier Wände kannst du so gestalten und verändern wie du willst.

Es ist allein deins.
Die Preisspanne beim Kauf eines Vans reicht vom Gebrauchtwagen für 15.000€ bis zum Neuwagen ab 80.000€ auf Luxus-Standard. Mit dem Besitz eines Mini-Busses machen sich aber auch Probleme, wie Stellplatzmöglichkeiten sowie Haltungskosten, auf.

Der Durchschnittspreis für die Vermietung eines Vans liegt bei 130€ pro Tag mit Ausreißern nach oben und unten. Für jedes Budget ist also etwas dabei. Beim Mieten eines Vans bedarf es aber auch an genauer Planung deiner Reise. Du bist zeitlich gesehen also weniger flexibel. Dafür bist du in der Art des Reisens mehr flexibel: wenn du lieber entscheidest „heute Camping, morgen Hotelurlaub“ ist die Camper-Miete eine richtige Wahl. Denn Dadurch bist du weniger verpflichtet, den Camper zu nutzen, damit die Haltungskosten sich auch lohnen.

Halten wir also fest: wenn du jederzeit deine Sachen in den Van packen möchtest und ohne große Planung losziehen willst, dann empfehlen wir ir den Kauf eines Vans. Wenn du aber beruflich fest eingebunden bist und eher mal Lust auf einen besonderen Abenteuer-Urlaub hast, dann sind gemietete Camper für dich genau richtig.

So baust du deinen Bus nachhaltig zum Reisemobil um

Du hast dich also für den Kauf eines Vans entschieden? Wie toll! Wenn du nun deinen Bus zum Reisemobil, dem ultimativen Travel-Van, umbauen willst, bedarf es an einer guten Planung. Unser Lieblings-Stichwort bei diesem Thema lautet: „Upcycling“ statt neu kaufen! Schau Dich dazu gerne mal auf Flohmärkten um oder lass Dich online inspirieren. Verwende Materialien, die es schon gibt oder kombiniere Sie. Wir haben dir eine Liste zusammengestellt mit Dingen, an die du auf jeden Fall denken solltest:

Schlafmöglichkeiten:

Hierfür reicht eine schlichte Matratze, die du vielleicht bei Freunden oder Familie ergattern kannst. Außer Bettwäsche, Kissen und viel Platz benötigst du nicht viel mehr hierfür. Falls du keine Decken mehr überhaben solltest, bieten die Decken von Voited eine nachhaltige Ausweichmöglichkeit. Die recycelte „Kissen-Decke“ bietet dir auf alle Fälle genügend Gemütlichkeit.

Wasserversorgung:

Existenziell für das „Überleben in der Wildnis“ ist ein guter Vorrat an Wasser zum Kochen, Duschen und Zähne putzen. Schaffe dir am besten einen Wasserkanister an. Um das Wasser zum Trinkwasser zu machen bieten sich Wasserfilter wie von riva oder Maunawai an. Wie du auch unterwegs immer zu sauberem Trinkwasser kommst, erfährst du in unserem Beitrag zu „Trinkflaschen mit Wasserfilter“ an.

Stromversorgung

Wenn du fernab von Campingplätzen übernachtest brauchst du unbedingt eine interne Stromversorgung, denn auf die Autobatterie ist nicht immer Verlass. Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst, besorgst du dir am besten einen Solarbetriebenen Generator.

Kochausrüstung

Auch wenn die Umgebung um dich herum noch so schön sein sollte, ein leerer Magen kann den Anblick schnell verderben. Auf Dauer stellen Müsliriegel nicht zufrieden, und wer ist schon mit kalten Dosensuppen zufrieden. Eine Grundausstattung besteht aus Besteck, Geschirr, und einer geeigneten Kochstelle, wie einem Gaskocher oder einem handlichen Grill. Auch da kannst du zu nachhaltigen Alternativen greifen. Besorge dir Geschirr aus Bambus von bestbambus oder Besteck von bioodi.

Welche Modelle sind für das Vanlife geeignet?

Das hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Von der Minimalausstattung fürs Wochenende bis hin zur Komplett-Ausstattung mit Bad ist alles möglich. Der klassische VW-Bus ist und bleibt dabei das Urgestein der Camping-Busse. Mit der ersten Serienfertigung 1950 gibt es ihn bereits seit 2015 in sechster Ausführung auf dem Markt.      

Hersteller wie Renault, Fiat, Opel und Nissan ziehen nach und sind mittlerweile auch gut im Bulli-Segment vertreten. Der ADAC hat dazu 2018 Campingbusse der Hersteller VW, Mercedes, Citroen und Ford getestet. Das Ergebnis: Testsieger sind die Modelle VW-California, der sowohl Fahrspaß als auch einen funktionellen Innenraum bietet, und der Mercedes. Mercedes ist als Variante mit mehr Fahrkomfort und edlerer Innenausstattung. Die beiden Testsieger mit Note 2,5 sind für knapp 55.000€ beziehungsweise 60.000€ zu haben.
Wenn die beiden Testsieger zu teuer sind, stellt der Pössl Campster für 40.000€ von Citroen eine gute Alternative dar. Er erfordert Abstriche beim Komfort, bietet aber den variabelsten Einbau. Und: In punkto Sicherheit erhält er die beste Note.
Der Westfalia Nugget auf Basis des Ford Custom bietet die beste Küche und einen originellen Grundriss, aber wenig Stauraum. Außerdem ist er mit 50.000€ teurer als Citroen.

Alleine Reisen mit dem Bus und Vanlife als Frau

Viele haben Bedenken, alleine mit dem Van zu verreisen. Was ist, wenn der Motor kaputtgeht, wie ist es, abends alleine im Nirgendwo zu übernachten? Welche Menschen werde ich antreffen?
All diese Fragen schwirren im Kopf herum und halten dich womöglich sogar vom Reisen ab. Diese Unsicherheit wollen wir dir nehmen.

Beim Alleine-Reisen ist man der totalen Wildnis ausgesetzt. Passieren kann immer etwas, egal ob daheim auf dem Weg zum Bäcker oder beim Solo-Trip. Das Risiko sollte dir jedoch bewusst sein. Trotzdem gibt es keinen Grund das Alleine-Reisen pessimistisch anzusehen. Du musst dich selbst der Sache sicher sein und realistisch herangehen.
Außerdem gibt es hilfreiche Apps, die das Vanlife einfacher gestalten. Lade dir vorher auf dein Handy Apps runter, die dir Stellplätze in Umgebung anzeigen oder Wetter-Apps, damit du weißt, ob du das offene Meer am nächsten Tag lieber nicht ansteuern solltest.

Für einen Solo-Trip bedarf es außerdem an guter Menschenkenntnis. Diese entwickelt sich aber nur, wenn du dir selbst die Chance gibst, diese Kenntnis auszuweiten. Höre außerdem auf deinen Instinkt. Wenn du dich in einer Situation unwohl fühlst, zwingt dich keiner, an diesem Ort zu bleiben. Das ist ja gerade das Schöne am #vanlife: Tu das, was dir gefällt!

Auch wollen wir das „alleine-Reisen-als-Frau-Thema“ ansprechen. Trau Dich! Es gibt so vieles auf der Welt, was darauf wartet von dir entdeckt zu werden. Anfangs eignen sich vielleicht kleinere Städte-Trips, um sich ein wenig selbst zu testen. Du wirst merken, mit der Zeit lernst du dazu, welche Orte du als Nächtigungsplatz ansteuern kannst und welche lieber nicht.

Lass dich gerne von Personen inspirieren, die Ihre Vanlife-Erfahrung in Büchern oder Blogs geteilt haben. Lies dazu das Buch „Solo-Trip“ von Annika Ziehen oder den Blog von globusliebe.

Die ultimative Vanlife Erfahrung

Jeder, der sich einmal auf das Vanlife eingelassen hat, ist nur schwer wieder loszukriegen. Wir nennen es das „Vanlife-Virus“. Aber was macht diese Art von Urlaub so einzigartig?
Es ist die moderne Art des Campings. Dabei ist aber nicht das Nächtigen auf spießigen Campingplätzen gemeint. Es geht vielmehr um das naturnahe Leben, möglichst fern von anderen Menschen. Digital- und Social-Detox sind eines der Hintergründe, die die Van-Camper als Motivation eines solchen Urlaubs verfolgen. Außerdem: Die Lust auf das Ursprüngliche. Stichwort „Slow-Travel“. Die Entschleunigung des stressigen Alltags und das bewusste Wahrnehmen der Umwelt steht im Vordergrund.
Allein das zu tun, worauf man Lust hat und nicht das schon fast stressige “Abhaken“ der Must-Sees auf Pauschalreisen, das macht das Vanlife aus.

Lies auch: 10 inspirierende Filme zum Thema „Solo-Travel“.

In der Summe: eine grüne, rollende Sache

Alles in allem kann man also die Reise mit dem Van sehr bewusst und nachhaltig gestalten. Durch diese Art von Urlaub kannst du deinen noch schlummernden Hippie-Traum verwirklichen und dabei auch noch gutes für die Umwelt tun.
Wir haben es verlernt, wirklich „abzuschalten“ und uns auf uns selbst einzulassen. Diese „Leere“ auszuhalten, muss oft erst erlernt werden. Aber genau das kann sogar deine Persönlichkeit stärken und du wirst erholter denn je aus deinem Urlaub zurückkehren.
Du wirst merken, dass weniger manchmal einfach wirklich mehr ist. Diese Reiseerfahrung bietet einen ganz neuen Mehrwert für dich, deine Beziehung zur Umwelt sowie deine Persönlichkeitsentwicklung.

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Bilder: Unsplash, iOS

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